Bodymedia vs. „moderne“ Fitnessarmbänder (Fitbit Charge HR, etc.)

Heute mal ein eher „technisches“ Thema: Wir wollen die „modernen“ Fitnessarmbänder und das von uns zur Miete angebotene Bodymedia Armband vergleichen. Das Bodymedia gilt dabei hinsichtlich der Genauigkeit grundsätzlich immer noch als Maßstab, da es das einzige Armband ist, dessen Genauigkeit wissenschaftlich nachgewiesen wurde.

Weiterhin große Nachfrage nach dem Bodymedia

Gerade wegen der hohen Genauigkeit war und ist das Bodymedia DER Fitness Tracker, wenn es um die genaue Berechnung der verbrauchten Kalorien geht. Obwohl der Service und Support des Activity Managers von Bodymedia (bzw. Jawbone, da diese Bodymedia im Jahr 2013 übernommen haben) eingestellt wurde, ist die Nachfrage nach dem Bodymedia weiterhin sehr groß. Das war auch ein Grund für uns, mit www.dein-bodyfit.com dafür zu sorgen, dass man das Bodymedia weiterhin nutzen kann. Und nicht nur das: die Darstellung und die Genauigkeit sind besser denn je.

Alte Technik neu verkleidet

Jetzt aber zu den vermeintlich modernen Fitness Armbändern. Während gefühlt jeden Monat ein neues Armband auf dem Markt erscheint, ist die darin enthaltene Technik meistens aber schon mehrere Jahre alt. Schritte zählen und Puls messen konnte man auch vor zehn Jahren schon, doch das wird bei den meisten der neuen Armbändern als Neuheit verkauft.

Die einzig nennenswerte Neuerung, die moderne Fitness Armbänder meines Erachtens bieten, ist die Möglichkeit, diese mit dem Smartphone zu koppeln und per App auszuwerten. Für die meisten Hoppysportler ist damit allerdings auch schon der Zweck erfüllt. Sie werden dazu motiviert, sich mehr zu bewegen und damit einen aktiveren Lebensstil zu führen.

Soweit so gut. Für einige Sportler ist aber auch relevant, wie genau die Armbändern sind. Gerade Bodybuilder und Kraftsportler haben bisher immer auf das Bodymedia gesetzt, weil in diesen Sportarten von großer Relevanz ist, wie genau die Armbänder sind. Können da die neuen Tracker mithalten?

Vernichtendes Urteil von Stiftung Warentest

Im Januar 2016 hat Stiftung Warentest insgesamt zwölf der neuen Armbänder getestet und kam zu dem Ergebnis, dass diese oftmals unpräsize seien. Nur zwei Tracker erhielten die Note „gut“ und selbst diese liefern nur beim Laufen und Gehen einigermaßen brauch­bare Ergeb­nisse. Schon Alltagsbewegungen wie Tische abschwischen oder Staubsaugen sollen die Ergebnisse verfälschen. Auch die Herzfrequenzmessung ist ungenau, so dass man diesen nicht vertrauen solle. Genau seien die Ergebnisse nur bei Geräten, die zusätzlich einen Brustgurt zur Messung benutzen, welcher aber nur gegen Aufpreis erhältlich ist.

Testsieger wurde das „Garmin Vivosmart“ mit dem Urteil gut (Gesamtnote 2,1). Der Schrittzähler soll dabei relativ genau sein. Der Kalorienverbrauch ist aber auch hier wie bei allen Geräten nur sehr ungenau.

Eines der momentan wohl beliebtesten Geräte, das Fitbit Charge HR, erreichte nur Platz 4 mit dem Urteil „ausreichend“ (Gesamtnote 3,6). Der einzig genaue Wert soll die Anzahl der Schritte sein. Aufgefallen ist das Fitbit insbesondere wegen gravierender Mängel beim Datenschutz.

Persönliche Erfahrungen mit dem Fitbit Charge HR

Seit Dezember 2015 haben wir selbst zwei Fitbit Charge HR und können eigentlich die Ergebnisse von Stiftung Warentest nur bestätigen. Der Kalorienverbrauch wird im Schnitt ca. 500-700 Kcal pro Tag falsch geschätzt, was meines Erachtens viel zu groß ist. Da würden wir mit Schätzungen besser liegen. Das wundert auch nicht, denn die Pulsmessung scheint oftmals ziemlich abenteuerlich. Beim Joggen passt es „einigermaßen“ (getestet parallel mit einem Brustgurt, Abweichungen ca. 10-15%), aber beim Krafttraining sind die Werte komplett falsch. Nach schweren Übungen wie Kreuzheben und Kniebeugen werden Werte wie 95 Schläge/min angezeigt. Ganz oft wird auch gar nichts angezeigt, weil der Messung unterbrochen wird. Hier fällt das Fitbit also komplett durch!

Auch das Handling lässt unseres Erachtens zu Wünschen übrig. der Akku muss auch bei nur seltener Synchronisation mit dem Smartphone spätestens alle 2-3 Tage geladen werden, weil er komplett leer ist. Gewarnt wird man nur, wenn man das Gerät mit dem Smartphone verbindet, in die App geht und synchronisiert. Angegeben werden hingegen mindestens 5 Tage. Wie das erreicht werden soll, ist uns schleierhaft.

Auch sind wir der Meinung, dass es beim Krafttraining hin und wieder stören kann.

Fazit

Unsere Erfahrung mit den vermeintlich „modernen“ Trackern ist also nicht die beste. Sie sind mit Sicherheit nette „Gadgets“, mit denen man sich bei Laune halten kann oder wenn man einfach wissen will, wieviele Schritte man am Tag gemacht hat. Aber näherungsweise Werte, z.B. beim Kalorienverbrauch, kann man auch kostenlos über Online-Rechner erreichen.

Für Sportler, die auf eine genaue Messung des Kalorienverbrauchs angewiesen sind und für die der Schrittzähler eher uninteressant ist, kann das Fitbit also nicht empfohlen werden. Es kann sicher vereinzelt zu relativ genauen Ergebnissen kommen, doch das dürfte oftmals wohl eher Zufall sein. Wert seine Herzfrequenz messen möchte, der muss einen Brustgurt tragen. Alltagstauglich ist das allerdings nicht. Und in Anbetracht der schon sehr alten Technik (mein Brustgurt ist sicher schon 8 Jahre alt) auch nicht wirklich „modern“.

Wir hoffen dem ein oder anderen weitergeholfen zu haben.